• Eine Initiative der Dachstiftung Diakonie

Plattengruppe Köpenick

Plattengruppe Köpenick

PlattenGruppe, Bilanz eines Erfolges (1)

Wohnen und Arbeiten in Selbsthilfe

Wendenschloßstr. 135, 12557 BerlinTel. 030- 651 90 43Fax. 030- 651 90 44Email : plattengruppe@diakoniewerk-simeon.de

Diakonisches Werk Neukölln-Oberspree e.V.

Platten Gruppe Wohnen und Arbeiten in Selbsthilfe Wer oder was ist die PlattenGruppe? Zielgruppen und Hilfeziele

Unsere PlattenGruppe hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen dabei zu helfen, aus dem Teufelskreis „Ohne Wohnung keine Arbeit– ohne Arbeit keine Wohnung“ herauszukommen.Das Angebot richtet sich an Obdachlose, vom Wohnungsverlust bedrohte, straffällige haftentlassene, von Haft bedrohte und gefährdete alleinstehende Männer sowie Paare im Alter von 18-65 Jahren, bei denen gem. §67 SGB 12 (ehemals §72 BSHG) besondere Lebensverhältnisse mit sozialen Schwierigkeiten verbunden sind.Das Projekt wird von drei Sozialarbeitern/innen die eine direkte persönliche Hilfe ermöglichen geleitet.Mit den Bewohnern wird einen Betreuungs- und Hilfeplan vereinbart, in dem beschrieben wird, welche Ziele innerhalb von max. 1,5 Jahren erreicht werden sollen.Nicht aufgenommen werden können Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung in erheblichem Maße fremde Hilfe bedürfen, die von “harten Drogen“ abhängig sind oder die aufgrund ihres Alters in den Zuständigkeitsbereich des KJHG fallen.Bei einer Suchterkrankung sollten ein Problembewusstsein und die Bereitschaft zur Veränderung der Problemsituation vorhanden sein. Eine vorherige Entgiftung ist jedoch keine Aufnahmebedingung.Grundsatzziel des Projektes ist mit, „Wohnen und Arbeiten in Selbsthilfe“. Dies bedeutet: Die individuellen Problemlagen (z.B. gesundheitliche Defizite, Suchtprobleme, Entwöhnung von Arbeit, Schuldenprobleme), die dem Leben in einer eigenen Wohnung und der Aufnahme einer Arbeit entgegenstehen, abzuwenden, zu beseitigen, zu mildern oder ihre Verschlimmerung zu verhüten.Diese Hilfe zielt auf die Entwicklung eines Problembewusstseins hinsichtlich der bestehenden sozialen Schwierigkeiten, auf die Entwicklung von Lösungs-strategien für diese Probleme, auf die Bearbeitung ihrer sozialen, gesundheitlichen, wirtschaftlichen und rechtlichen Auswirkungen sowie insbesondere auf das Erlernen einer eigenständigen Lebens- und Haushaltsführung.Ziel ist es immer die Bewohner der PlattenGruppe nach ihren Möglichkeiten und Fähigkeiten am Projekt zu beteiligen. Die Beteiligung der Bewohner zu allen projektbezogenen Abläufen, wie z.B. der Vollversammlung (VV), wird zur Aufrechterhaltung des Selbsthilfepotentials, des kooperativen Zusammenlebens in der PlattenGruppe gewünscht.

Strukturdiagramm der PlattenGruppe

Das Projekt gliedert sich in drei Bereiche:

1. Das Wohn- und Betreuungsangebot

Wir bieten in sieben Wohngruppen, 24 Einzelzimmer für Männer sowie Doppelzimmer für Paare. Jeweils drei oder vier Bewohner teilen sich eine Küche, Bad/Dusche und Toilette auf der Wohnung. Auf dem Hof befindet sich eine Remise mit Werkstatt und zwei Gruppenräumen sowie ein kleiner Garten.Das Angebot in der Regie des Sozialarbeiterteams beinhaltet: Unterstützung bei Fragen und Problemen mit Ämtern, Behörden und Justiz.

Sucht-, Schulden- und Rechtsberatung
Gespräche zu Lebensfragen und Lebensperspektiven
Motivation zur Alkoholentgiftung oder Langzeittherapie
Organisation und Annahme von Möbel- und Kleiderspenden
Aufbau von eigenen sozialen Kontakten
Freizeitangebote und sozialpädagogische Gruppenreisen
Ausbildungsplätze und Praktika
Hilfen bei der Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche
Nachsorge für die ehemaligen Bewohner, die wieder eine eigene Wohnung bezogen haben

2. Das Arbeitsangebot

Beschäftigung im Projekt g.z.A. gemäß SGB XII § 11, Abs. 3
Möglichkeit, MAE gemäß SGB 12 § 16, Abs. 3
Hilfe bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungs- oder Arbeitsplatz
Beschäftigungsgeber im Projekt „Arbeit statt Strafe“
„Nachbarschaftshilfen“ in Köpenick
„Jobbörse“ / kurzfristige Beschäftigung von Tagelöhnern
Umzüge und Entrümpelungen für soziale Bedürftige
Kleintransporte und Gartenarbeiten im kirchlichen Bereich
Bei Bedarf Wohnungsreinigung / „Putzmobil“
Instandsetzung für die Diakonischen Dienststellen in Berlin-Brandenburg

3. Selbsthilfeangebot

Tagungsräume für externe Selbsthilfegruppen z.B. Alkoholgruppe
Räume für sozialpolitische Gremienarbeit beispielsweise LBI/BBI
Räume für Fortbildung, für Gremien oder für Kirchengemeinden
kurzfristige Übernachtungen für Patenprojekte
Veranstaltungen zu „Wohnungslose und Partizipation / Empowerment“
Informationsrunden für Schulklassen und Studenten.
Kooperation zu diversen Projekten außerhalb Berlins
praktische Solidarität mit anderen Sozialprojekten

PlattenGruppe, Bilanz eines Erfolges (2)

Chronologie PlattenGruppe Köpenick

Bemerkenswert war die Fusionen der Berliner Bezirke von ehemals 21 auf neu 12 Bezirke, die für die tägliche Arbeit mit den zuständigen Sozialen Diensten ein mittleres Chaos bis Ende des Jahres auslösten.Sehr viele junge Selbstmelder (8) kamen aus Köpenick zu uns. Dieser Personenkreis der Wende- oder Zonenkinder haben eine hochkomplexe Problematik und extrem hohen Hilfebedarf.Die 6. Gruppenreise fand im Juni mit 9 Personen in Brandenburg statt. Zum Berberfest nach Offenburg des St´ Ursula-Heimes reisten wir mit 7 Leuten an.Im Okt. fand die zweite BBI Vorstandsitzung bei uns in der Remise statt.Zwei Plattenbrüder sind offizielle Mitlieder der BBI.Roland Bohr beginnt im Sommer mit 50% RAZ als Sozialarbeiter in der PlattenGruppe.

2003 “ Warum von den Reichen nehmen,solange es noch Arme gibt?! “ Spontispruch Bln. Studenten

Unser Ebse wird zum 2. Vorsitzenden der BBI gewählt, damit sind wir bundesweit in der Sozialpolitik vertreten und mischen mit.Es gibt mehr junge Drogenabhängige im WP, die immer jünger werden. Für diesen Personenkreis stehen andere Betreuungsformen ergänzend an .Ab Juli wird unser Tagesatz um 0,43 € / tgl. für 3,5 Jahre gekürzt.8 gem. Berliner Entgeltrahmenvereinbarung).Im August hat unser Hörspiel „Wendekind + obdachlos“ zum 13. Hoffest Premiere.Wir haben eine sehr gute Resonanz bei den Bewohnern und Besuchern.Im Herbst beginnt die CD -Produktion in Eigenvertrieb durch die PlattenGruppe.Roland Bohr erhält 75 % RAZ, durch den Erziehungsurlaub von Anke Werner,ab Oktober 2003.Die 7. Gruppenreise im Sep. / Okt.03 führte 7 Plattenbewohner nach Rügen.Das Arbeitsprojekt war innerhalb des Diakonischen Werkes mit Aufträgen gut beschäftigt.Unser Grundsatz, jeder kann was, zeigt als Grundkomponente Früchte und wird durch die Dissertation von Martina Jahn bestätigt. Hier schneiden wir im Vgl. mit 7 Wohnungslosenprojekten in der Stadt am Besten ab. Glückwunsch ans Team.Die Belegung lag bei sagenhaften 99,1 %. Wir hatten 14 Zugänge, 14 Wegzüge, von denen 10 Bewohner eine eigene Wohnung fanden.

2004 Wer das tut, was alle tun,der bekommt auch nur das, was alle bekommen“.-Wallstreet Weisheit-

Das Arbeitsprojekt hat seit Beginn des Jahres eine eigene Kostenstelle und damit eine effektivere Struktur.Die Veröffentlichung der Dissertation von Martina Jahn “Mehr als ein Dach über den Kopf” bringt für uns sehr gute Ergebnisse. Ihr wissenschaftlicher Vergleich mit sieben Wohnungslosenprojekten in der Stadt, stellt unsere Arbeit als erfolgreich dar. Sogar Ansätze von „Empowerment“ wären bei uns vertreten. Hurra.

Ab August hatten wir die Praktikantin Madlaine B. bei uns.

Im Eigenvertrieb wird die Hörspiel CD „Wendekind + Obdachlos“ im Frühjahr 2004 fertigt gestellt. Bei der Fachwoche in Augsburg konnten wir unsere CD gut verkaufen. Über das Internet kann die CD über den Link wex-bb.de/altuelles bestellt werden.Auch dieses Jahr bekamen wir großzügige Spenden der Kirchengemeinde Köpenick zum Erntedankfest.Die ersten Schatten von Hartz IV werden deutlicher. Unser Ebse erhält ab Sept. 04 einen Vollzeitvertrag für ein halbes Jahr im Kinderbereich.

2005 „Wenn ihr nicht gerechter, friedlicher und überhaupt vernünftiger sein werdet, als wir ….es gewesen sind…, so soll euch der Teufel holen“.Albert Einstein

Mit den Jobcentern machen wir gemäß der Hartz IV Umsetzung durchgehend negative Erfahrungen. Unnötige Wege- und stundenlange Wartezeiten pro Einzelfall machen die Sozialarbeiter zu Verwaltungsarbeitern.Im ganzen Jahr durch hatten wir 3 Erzieherpraktikantinnen.Bei unseren Bewohnern hat sich der Hilfebedarf zu mehr psychischen Schwierigkeiten verändert. Es gelang uns sie zu 11 Entgiftungen und einer Langzeittherapie zu motivieren. Sieben Plattenbrüder fanden wieder Arbeit und bei Zweien konnten wir einen Ausbildungsplatz anstreben.Im Arbeitsprojekt konnten wieder einmal mit 52. T € gute Umsatzzahlen erreicht werden und die Aufträge im Werk nahmen deutlich zu.Ein Arbeitsvertrag wurde in Festfinanzierung umgewandelt. Auch dieses Jahr hatten wir eine Praktikantin der August-Fröbel-Schule bei uns. Cornelia K. war auch bei unserer Gruppenreise nach Dresden im Oktober des Jahres dabei. Die Belegung lag bei 93,6 %. Das waren 21 Zugänge, 24 Wegzüge, von denen 12 Plattenbrüder oder 58 % eine eigene Wohnung fanden.

2006 „Es werden soviel schöne Worte in der Welt über Freiheit geredet, aber nichts in der Welt macht so unfrei wie Armut.“ Martin Andersen Nexö

Wir haben unseren Kollegen Ebse als Honorarkraft wieder im Dienste der Diakonie. Wir sehen Probleme mit der Belegungspraxis im Bezirk Treptow-Köpenick, die sich bei unseren reichlichen Selbstmeldern kumuliert.Im Mai 06 führt uns die Gruppenreise nach Pinneberg bei Hamburg. Wir besuchen dort den Schäferhof des Diakonischen Werkes. Wir fanden eine sehr nette Aufnahme und hatten einen guten Austausch.Am 14. Aug. 2006 wurde unser 16. Hoffest mit historischer Straßenmusik gefeiert. Das Lino Battiston-Trio spielte alte Handwerker – und Landstreicherballaden.Hiermit erhält die Wohnungslosenhilfe ihre alten Lieder zurück. Die Lieder der Straße beschreiben nicht nur Armut, Vertreibung sondern auch Hoffnung und Mut auf ein besseres leben. Die alten Lieder haben nichts von ihrer Aktualität verloren und sollten als Kultur der Straße, als alte Berberkultur wiederbelebt werden. Von der Wander- Armenfürsorge bis zur heutigen Wohnungslosenhilfe sollten die Lieder öfters gesungen werden.

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